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„Das Pflegeproblem ist noch lange nicht gelöst!“

„Das Pflegeproblem ist noch lange nicht gelöst!“

Pressekonferenz des European Health Forum Gastein, Presseclub Concordia
Wien, am 02.09.2008


„Das ist eine brennende Frage in allen europäischen Ländern!“ ist Prof. Dr. Günther Leiner, Präsident des European Health Forums Gastein (EHFG), überzeugt. „Es müssen wissenschaft-lich fundierte Verbesserungen und Lösungen gefunden werden, vor allem in der Entlohnung, den arbeitsrechtlichen Fragen und in der Ausbildung und Anerkennung der Leistung in der Pflege!“
„Das Pflegeproblem ist noch lange nicht gelöst!“ so ergänzt Univ. Prof. Dr. Wolfgang Mazal, Arbeits- und Sozialrechtsexperte der Universität Wien zur aktuellen öffentlichen Debatte. „Durch die Erhöhung des Pflegegeldes konnte nur ein kleiner Aspekt verbessert werden. Wir müssen den Weg der kleinen Schritte hin zu einer Gesamtlösung gehen!“ so Mazal weiter.
Im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierte das European Health Forum Gastein unter Prof. Dr. Leiner gemeinsam mit Univ. Prof. Dr. Mazal Lösungsansätze und Verbesserungsvorschläge in der Pflegedebatte in Österreich. Besonders betonten beide den Unterschied zwischen Pflege und Betreu-ung, da dies oft verwechselt werde. Pflege bedeute für sie, dass auch medizinisch relevante Tätigkeiten durchgeführt werden. „Wirkliche Pflege braucht auch fundierte Ausbildung und Einschulung!“ so Prof. Leiner.
Die zentralen Forderungen beider Experten zur Verbesserung der Pflegesituation in Österreich sind:
• Erhöhung und Valorisierung des Pflegegeldes
• Schaffung von Qualitäts- und Ausbildungsstandards
• Schaffung adäquater rechtlicher Rahmenbedingungen für Pflegende und Angehörige
• Gleichstellung von geistiger und körperlicher Pflegenotwendigkeit
Besonders wurde von beiden Sprechern betont, dass „eine Politik der kleinen Schritte notwendig ist. Solche Umschichtungen, vor allem auch im Haushaltsbudget, können nicht von heute auf morgen geschehen. Ich glaube, wir sollten uns den Luxus leisten, das System so aufzusetzen, dass die politi-schen Kräfte den Menschen lebbare Lösungen ermöglichen. Heute hat man leider auch den Eindruck, dass die politischen Kräfte, ich sage da gar nicht nur Parteien, sondern auch der Föderalismus - ver-hindern, dass wir den Menschen adäquate Lösungen schaffen. Und das ist eigentlich ein trauriger Be-fund“ schließt Prof. Leiner.
Die Pflegeproblematik wird auch heuer, am 11. European Health Forum vom 01.-04. Oktober ein fä-cherübergreifendes Thema sein. Besonders stehen dabei Werte in der Gesundheit im Vordergrund.
Über das European Health Forum Gastein
Das EUROPEAN HEALTH FORUM GASTEIN (EHFG) wurde 1998 als europäische gesundheitspo-litische Konferenz gegründet, mit dem Ziel eine Diskussionsplattform für alle von gesundheitspoliti-schen Entscheidungen betroffenen Gruppen zu bieten. Seither hat sich das EHFG durch die Zusam-menführung von Politikern, Entscheidungsträgern, Interessensvertretern und Experten aus Politik und Verwaltung, Wirtschaft und Industrie, Zivilgesellschaft sowie Wissenschaft und Forschung, zu einer einzigartigen, alljährlich stattfindenden Veranstaltung entwickelt. Diese vier Gruppen mit ihren jewei-ligen Perspektiven stellen die vier Säulen des EHFG dar.
2008 werden über 600 Teilnehmer, unter ihnen 15 Gesundheitsminister und Staatssekretäre, sowie die Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou, in über 150 Vorträgen in 20 Einzelveranstaltungen relevante Themen und Probleme der Gesundheitspolitik diskutieren und Lösungen erarbeiten.
Schwerpunkte sind heuer besonders Gerechtigkeit und Gesundheit,  Cross border care, Qualität & Sicherheit, Vorsorge, Seltene Krankheiten, die Innovationen in der koordinierten Versorgung, Ge-sundheitsethik und Pharmapolitik. Bei allen Foren steht stets die europäische Perspektive im Vorder-grund.

 

Kontakt
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Mag. Silvia Stuppäck, MBA
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A-5020 Salzburg
Tel: +43 -(0) 662 - 42240014
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